10.000,00EUR

Baegert Jacob, Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Cali
[Safe]

Baegert Jacob, Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien, 1772 BAEGERT, Jacob (1717-1772). Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien, mit einem zweyfachen Anhang falscher Nachrichten. Geschrieben von einem Priester der Gesellschaft Jesu, welcher lang darinn diese letzere Jahr gelebt hat. Mannheim: Churfürstliche Hof- und Academie-Buchdruckerei, 1772. 8o (167 x 100 mm), VIII, 358 pp, 1 page, 1 engraved map.. Errata leaf at end. Engraved folding map of Baja California and 2 engraved plates of native Californians, by E. Verelst, woodcut head- and tail-pieces, ornamental woodcut initials. Original publisher's binding. Provenance: Zur Breitenbauchschen Bibliotheck (with exlibris). The book was refunded from the Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, Halle, Germany to the heirs of Breitenbauch and sold to the present owner. FIRST EDITION. Baegert was a Jesuit missionary in Lower California from 1751 until the expulsion of the Jesuits in 1768. In this account he seeks to disprove the prevailing myth of California as land of plenty, emphasizing instead the merciless heat, dangerous animals, hostile terrain, and untrustworthiness of its inhabitants. The book is nonetheless filled with valuable ethnographical and historical information. The map shows the location of the many Jesuit missions in Baja California and the route taken by the author in his journeys to and from the region. It is derived from Consag's important 1746 delineation of the peninsula. The two plates are not included in all copies. Cowan, p. 9; de Backer/Sommervogel 760; Graff 137; Howes B-29; Sabin 4363; Streeter sale IV, 2441; Wagner Spanish Southwest, 157. Jakob Baegert Christoph Johannes Jakob Baegert, auch: Begert (* 22. Dezember 1717 in Schlettstadt; † 29. September 1772 in Neustadt an der Haardt) war ein deutscher Jesuit, Missionar und Verfasser eines bedeutenden ethnologischen Werkes. Jakob Baegert kam als Sohn der im elsässischen Kaysersberg beheimateten Eheleute Johannes Michael Baegert und Maria Magdalena geb. Scheydeck, in Schlettstadt zur Welt. Der Vater übte den Beruf eines Handschuhmachers aus. Als junger Mann trat Baegert am 17. September 1736 zu Mainz in den Jesuitenorden ein und studierte dort Philosophie. Von 1740 bis 1743 lehrte er am Jesuitenkolleg in Mannheim, studierte bis 1747 Theologie in Molsheim und empfing die Priesterweihe. 1747 und 1748 unterrichtete Pater Baegert als Professor in Hagenau. Ende 1748 schickte man ihn nach Bockenheim/Elsass (heute Sarre-Union), wo er sich auf die Entsendung als Amerikamissionar vorbereitete. Von Bockenheim brach er am 10. Januar 1749 in die "Neue Welt" auf. Per Postkutsche reiste der Priester über Ettlingen, Augsburg, Innsbruck und Mailand nach Genua, wo er am 20. März des Jahres eintraf. 10 Wochen später fuhr er über das Mittelmeer nach Cádiz. Am dortigen "Hospitium de las Indias" erhielt Pater Baegert die letzten Unterweisungen, schiffte sich am 16. Juni 1750 nach Mexiko ein und landete am 23. August in Vera Cruz. Am Collegio San Gregorio in Mexiko-Stadt beschloss er seine ordensinterne Probezeit und reiste am 16. November 1750 nach Kalifornien ab. Über diverse Zwischenstationen erreichte Jakob Baegert am 28. Mai 1751 seine neue Wirkungsstätte in der entlegenen Missionsstation San Luis Gonzaga Chiriyaqui. Hier wirkte er bis zu seiner Vertreibung durch die spanischen Kolonialherren 1767. Nach dem sogenannten Madrider Hutaufstand (1766) hatte man mit Dekret vom Juni 1767 die Jesuiten aus Spanien und dessen Kolonien ausgewiesen. Auf der Rückreise über Spanien geriet Baegert dort in eine achtmonatige Gefangenschaft. Ab April 1769 wieder in der Heimat, hielt sich der Priester erst kurzfristig in seinem Geburtsort Schlettstadt auf, siedelte aber schon bald nach Neustadt an der Haardt (heute Neustadt an der Weinstraße) über. Dort arbeitete er bis zu seinem Tod als Seelsorger in der von den Jesuiten verwalteten Stiftskirchenpfarrei, wo er besonders als erfahrener Beichtvater, Spiritual der Ordenskommunität, sowie als Lehrer am Jesuitenkolleg wirkte. Pater Baegert wurde in der Jesuitengruft zu Neustadt bestattet, seine einfache Grabplatte bei deren Auflösung, Ende des 19. Jahrhunderts, an die Außenmauer der kath. Marienkirche versetzt. Sie ist an der nordöstlichen Chorseite, unter dem Epitaph von Pfarrer Bernhard Magel eingelassen, aber durch die Witterungseinflüsse inzwischen stark beschädigt und nur noch schwer leserlich. Die gedruckten Missionserinnerungen Hier am letzten Tätigkeitsort, im damals kurpfälzischen Neustadt, verfasste der Priester in Buchform seine Missionserinnerungen aus Kalifornien. In diesen stark autobiographischen "Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien" berichtete er über Land und Leute, besonders auch über die Indianer, deren einfachen Lebensstil er mit offener Sympathie beschrieb. Das Werk enthält auch eine Einführung in die dortige Indianerkultur bzw. -sprache sowie deutsch-indianische Übersetzungen von gängigen Gebeten, außerdem einen Anhang mit Berichtigung weit verbreiteter Vorurteile über Amerika und die Tätigkeit der Missionare. Pater Baegerts Buch wurde ins Englische und Spanische übersetzt. In Amerika erlebte es mehrere Neuauflagen bzw. Reprints und Auszugsabdrucke, bis in die Gegenwart hinein. Es gilt dort als landeskundlich-heimatgeschichtliches Standardwerk und wird als wichtige geographische, ethnologische, entdeckungs- und missionsgeschichtliche Darstellung gewertet; in seinem Heimatland ist es leider fast gänzlich vergessen. Lediglich das neuzeitliche Buch "Deutsche in der Fremde: Assimilation - Abgrenzung - Integration", von Torsten M. Kühlmann und Bernd Müller-Jacquier bringt einige wenige Auszüge, welche sofort erkennen lassen, welch eindrucksvolle historisch-landeskundliche Schilderung hier im Entstehungsland noch auf ihre gebührende Würdigung wartet: „Die Dornen in Californien belangend ist deren Menge erstaunlich und viele seynd deren Ansehen entsetzlich. Es scheint, dass der Fluch, den Gott nach dem Fall Adams über die Erd hat ergehen lassen, absonderlich Californien betroffen und daselbst seine Wirkung gehabt hat. Es stach mich einstens der Vorwitz und ich gab mir Mühe, die befindlichen Dörner zu zählen, an einem, ein Spannen langen, mitten aus einem Ast oder Arm einer Dornstaude herausgeschnittenen und einem guten Faust dicken Stück, und ich zählte deren nicht weniger als tausend sechs hundert und achtzig. “ – Jakob Baegert, "Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien", 1772 Die damals in Deutschland noch weitgehend unbekannten Bananen beschreibt der Priester so: „Die Frucht welche die Spanier in Amerika Plantanos nennen ist gleichsam ein Traub, der bisweilen einen halben Zentner und noch viel mehr wäget. Es giebt deren verschiedene Gattungen und haben einige bis 200 Beerlein an einem Stiel. Diese Beerlein seynd lang und rund, von gleicher Dicke von oben bis unten, gleich einem Cilinder, ausgenommen dass beyde Endschaften ein wenig zugespitzt seynd. Alle Beerlein an der nämlichen Traube seynd von gleicher Dicke und Länge. Es giebt aber deren, welche nur ein Drittelspann und andere, die anderthalb Spannen lang seynd und fast armdick und hierin bestehet die Verschiedenheit deren Plantanos, obwohl auch einige geschmackiger seynd als die andere. Die Frucht oder das Fleisch liegt unter einer zimlich dicken aber zarten Schelf, welche man ohne Beschwernus abziehet. Der Traub wird grün und noch hart abgebrochen und nachdem er einige Wochen zu Haus gehangen oder gelegen, wird die Schelf gelb und ist alsdann die Frucht schon eßbar, wann man ihn aber noch länger liegen oder hangen laßt so wird die Schelf ganz schwarz und das Fleisch goldgelb, wie eine wohlzeitige Quetsch oder ein recht geiler Warenbutter und ist alsdann am besten. Mitten darin von oben bis unten liegt der ganz kleine, schier unsichtbare Samen. Es seynd die Plantanos von gutem Geschmack und süßlicht, liegen aber etwas hart in dem Magen.“ – Jakob Baegert, "Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien", 1772, Seiten 37 und 38 Baegert konstatiert in seinem Bericht auch, dass er während des Aufenthaltes in Kalifornien ca. 500 Skorpione allein in seinem Pfarrhaus erlegt habe und er gibt eigene Erlebnisse mit hier nicht vorkommenden Arten, wie z.B. dem Stinktier zum Besten: „Ein gar feines Thierlein, an Gestalt dem Eichhörnlein nicht viel ungleich und Sorillo genannt, mit Ehren zu melden, von einem so pestilenzischen, übelriechenden Urin, daß einem in dem Zimmer, wo es ihn aus Angst lassend, wenn man es verjagen will, der Athem aus- und nach einem Monat noch ein Rest des höllischen Gestanks überbleibet. “ – Jakob Baegert, "Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien", 1772 Aus der Bibliothek des sachsen-weimarschen Kammerjunkers, Schriftstellers, Agrarökonomen und Gelehrten Georg August von Breitenbauch mit seinem gestochenen Exlibris im vorderen Innendeckel.
Baegert Jacob, Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Cali by Baegert Jakob, 1717-1772
Bewertungen
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um ein Produkt zu finden.
erweiterte Suche
Sprachen
English Deutsch
Hersteller